4. Februar 2020

Missbrauch endet nie, …

Das kann Biografie !

Als Kind und Jugendlichen hat man einen Menschen gequält und bestialisch gedemütigt. Ein kleiner Erdenbürger. Nackt, unschuldig und ohne Vorbehalte zur Welt gekommen. Er hat es sich nicht ausgesucht geboren zu werden und hätte er gewusst, was ihm in diesem Leben, bei seiner Familie und in seinem Umfeld blüht, dann hätte er sich garantiert die Nabelschnur um den Hals gelegt und hätte damit sein Leben  früh beendet, anstatt diese Odyssee ertragen zu müssen.

  • Man hat Geschichten erfunden, die es rechtfertigen Ihn zu schlagen, ihn zu sticheln, zu denunzieren.
  • Man hat ihn als Kind in seiner Trauer ausgelacht, mit dem Finger auf ihn gezeigt und ihn in seiner Ohnmacht noch fotografiert, weil man meinte, wenn er Erwachsen sei, würde er über seine „Dummheiten“ schon lachen.
  • Man hat seine Geschenke zerstört, die er als Kind für seine Bezugspersonen gebastelt hat.
  • Man hat ihm altes, teilweise verdorbenes Essen geboten, um Geld zu sparen.
  • Man hat ihn von der Familie separiert und in einem Zimmer außerhalb der elterlichen Wohnung leben lassen. Ohne Toilette und streckenweise ohne Ofen.
  • Man hat ihm ins Gesicht und auf den Mund geschlagen, als er seine Trauer, seine Wut und seine Ängste artikulieren wollte.
  • Man hat ihm Frisuren geschnitten, mit denen er sogar von den Lehrern ausgelacht wurde.
  • Man hat seine Geburtstage missachtet und ihm Schrott auf den Gabentisch gelegt. Heiligabend ebenso.
  • Man hat ihn in ein Heim abgeschoben, in dem es Prügel und Drogen und Tote gab.
  • Man hat ihn „Gaslighted“

Seine Hilfeschreie hat man als Frechheit empfunden und bestenfalls noch ignoriert.

Als jungen Erwachsenen und darüber hinaus, hat man diesen Mann keine Beachtung geschenkt.

  • Er hat über 30 Jahre ohne seine „Familie“ gelebt.
  • Er hat alleine viele Höhen und Tiefen durchlebt und manches mal, war es nicht klar, wie es mit dem Leben weiter geht.
  • Er hat es trotz allem geschafft zu überleben.
  • Er ist sogar arbeiten gegangen und hat seine Steuern bezahlt.
  • Er hat mehrere Therapien gemacht.
  • Er hat eine Drogensucht durchlebt und überstanden.
  • Er raucht nicht mehr und er trinkt keinen Alkohol.
  • Er hat trotz Beziehungsdefizite echte Freunde.
  • Er hat von sich aus drauf verzichtet Kinder in die Welt zu setzen, weil er Angst hatte, das weiterzugeben, was er selber abbekommen hat.
  • Er ist nicht im Stande auf Dauer eine Partnerschaft / Ehe zu führen.
  • Er kann sich nicht in den Arm nehmen lassen und versteht Nähe und Trost als Angriff.

Als reifer Erwachsener erlebt er, wie seine Peiniger plötzlich wieder in sein Leben kommen und ihm nach einer ausgiebigen „Einschleimphase“ erklären wollen:

  • wie er auszusehen hat,
  • was er zu essen hat,
  • wie er sich zu kleiden hat,
  • wie er seine Wohnung zu gestalten hat,
  • wie er zu reden hat,
  • was er weiß, was er kann und was er ist,
  • wie seine Partnerin zu sein hat,

Diese Leute, die ihn früher auf’s böseste gequält haben, wollen heute Moral von Ihm abverlangen ! Moral, als ein Konstrukt der Ethik, welches nicht messbar ist. Moral, als Bauchgefühl, ohne wissenschaftlichem Hintergrund. Aber nicht mal das wird verstanden. Es sind dieselben Leute, die sich auf ihrem Arbeitsplatz nach oben gevögelt haben ? Die, die anderen Menschen die Existenz genommen haben ? Die, die andere Menschen herauf und herab werten, wie es gerade in Ihren kleingeistigen Kram passt ?

Wer von diesen Menschen hat das Recht, Ihm zu erzählen, dass er ein volkswirtschaftlicher Schaden ist ? Überhaupt, wenn sie selbst Menschen die Existenzlosigkeit geschickt haben und Menschen wie Schachfiguren hin und herschieben. Wie kann man so emotional kastriert sein und selbst bei Seelen Schnittmengen bilden um anschließend das wegzuschmeißen, was man nicht braucht ?

Wer von diesen Menschen hat das Recht ihn mit herabwertender Artikulation zu Schulmeistern, wenn er eine Sprechblockade hat, wenn er stottert, oder ggf. auch mal Wortfindungsdefizite hat ? Die, die ihm damals auf den Mund geschlagen haben und sich nun schambehaftet wegdrehen, wenn sie vor Ihrem Spiegelbild stehen ? Die Gleichen, die der Meinung ( und mehr wie eine Meinung ist es nicht ) sind, dass er sich das Sprechverhalten durch einen behinderten Spielkameraden in seiner Kindheit angenommen hat ?

Wer von diesen Menschen hat das Recht ihn als krank zu bewerten und es damit begründet, dass er als Kind mit einem geistig behinderten Nachbarsjungen gespielt hat und dadurch „komisch“ geworden ist ? Die, die damit nicht klarkommen, dass er trotz all der ganzen Querellen eine höhere Bildung hat wie seine Peiniger ? Die, die ein Alibi für Ihr pervertiertes Fehlverhalten gegenüber einem unschuldigen Kind brauchen ? Die, die aufgrund Ihrer emotionalen und kognitiven Pässlichkeiten, Ihre Vorstellungen mit Moral rechtfertigen wollen ?

Wo ist die Wertigkeit und die so hochgehaltene Empathie und wie verträgt es sich sonst mit der Moral ???

  • Er ist immer noch am leben:
  • Er atmet,
  • Er isst alleine, ohne fremde Hilfe.
  • Er kann riechen.
  • Er kann sehen.
  • Er kann laufen.
  • Er kann sogar lachen ( andere müssen dafür in den Keller ).
  • Er hat 2 Studiengänge gemacht.
  • Er hat alle Führerscheine.
  • Er hat eine Amateurfunklizenz
  • Er spricht 3 Sprachen.
  • Er hat ehrenamtlich schwerkranke Menschen in den Tod begleitet.
  • Er macht Musik und spielt 4 Instrumente.

Ist das nicht wertvoll ? Nein ? Ist das wirklich nicht mehr wie die „verfehlte Beweihräucherung“ dieses Menschen ? Wie man es auch immer bewerten möchte, es sind Fakten !

Was müsste denn wirklich bei diesen Menschen passieren, das man ihn so akzeptiert wie er ist ? Soll er mobben, denunzieren, lügen, sich eine rosarote Brille aufsetzen, um das böse in der Welt nicht mehr wahrzunehmen und zu artikulieren, Kopfnicken, Butter tragen, … ??? Wie auch, wenn man ihn in diesen Fragen gebrochen hat. Soll er sich einem Haufen Bauern anschließen, die besoffen und grölend durch das Dorf rollen ? Vielleicht noch mit denen, die ihn früher mit der Begründung „Seine Familie kann ihn ja auch nicht leiden“ bespuckt haben ?

Es ist egal, diese Mensch haben lange genug Zeit gehabt, sich zu reflektieren, sich zu analysieren, über genau diese Probleme zu sprechen, vielleicht sich auch zu entschuldigen und eine ehrliche Reue zu zeigen. 10 Jahre sind viel und eine lange Zeit und wir denken auch, es ist fair bemessen. Aber es kamen nur Lippenbekenntnisse, Scheinheiligkeiten und eben die berühmten Mittel zum Zweck. Heuchelei hat eben keinen Zeitwert, gilt nur temporär und im Endeffekt bricht das ganze „Hochhaus“ zusammen.

Wer ist dieser Mensch ? Wir wissen nicht, wer er ist, aber es könnte jeder von uns gewesen es sein !

Wir kennen Ihn nicht persönlich, aber wir glauben, jeder Mensch würde lieber sterben, wie so billig seinen Peinigern zu Fuße zu kriechen !

Lieber für das, was man ist, gehasst werden,
wie für das geliebt werden, was man nicht sein will 😉


Berlin, d. 25. September 2018, Dr. Th.-E. v. Grabenstein


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