Gitarrenbau

Nach über 35 Jahren Tischlerei-Abstinenz, habe ich mich noch mal gewagt in die Richtung zu gehen, eine Gitarre zu bauen. Auch hier ist es wichtig, zunächst kleine Schritte zu machen. Ich habe zwar die Gesellenprüfung als Bau- und Möbeltischler bestanden, aber nie wirklich in diesem Beruf gearbeitet.

Aufgrund dessen, habe ich mich zunächst für einen Bausatz entschieden, bei dem es erst mal im Fokus mehr um das Modulieren und Designen einer Gitarre geht und nicht um die grundsätzliche Anfertigung an sich.

Das „bauen“ und modulieren von Gitarren und anderen Musikinstrumenten, ist nur ein Hobby. Wer im Raum Mittelholstein einen fähigen Gitarrenbauer sucht, sollte sich an Wolfgang Jansen aus Kaltenkirchen wenden !

Am Donnerstag, den 10. Dezember 2020

Ich entschied mich für ein Model, welches ich schon immer haben wollte, weil es eher sehr rar ist und selbst versierte Musiker nicht viel dazu sagen können. Geheimnisse machen nun mal neugierig.

Ein „Les Paul“ mit 3 Tonabnehmern ( Pick ups ) !
So kam sie an:

Ich muss wirklich staunen. Der Bausatz war erstaunlich preiswert und die Verarbeitung des Holzes ist wirklich hervorragend . Auch die Holzauswahl ist zunächst gut getroffen. Der Korpus ist aus einem Mahagoni mit einer Riegelahorndecke. Der Hals ist eingeleimt und ebenso aus einem Mahagoni. Ich sage hier ganz deutlich aus „einem“ Mahagoni, denn man bedenke bitte immer, dass es ca. 800 Arten von Mahagoni gibt und da kann auch manchmal ein Holz dabei sein, was von keiner guten Qualität ist.

Phase I: Wässern, Feinschliff und Beizen. Hier Colorbeize in Schwarz.

Beizen ist in der Holzverarbeitung ein Vorgang bei dem man lediglich die Farbe der Zellen verändert und die Struktur des Holzes noch sichtbar lässt. Ich habe mich für dieses Verfahren entschieden, weil wir hier eine sehr schöne Maserung des Holzes hatten und ich diese erhalten wollte. Wichtig ist, das man das Holz noch anschließend mit Klarlack lackiert, um es u.a.a. vor Abrieb zu schützen.

Wichtig ist vor jedem Beizvorgang, das Holz zu Wässern ! Das heißt, das man die Oberfläche mit leicht warmen Wasser anfeuchtet, trockenen lässt und dann mit 300er Papier glatt schleift. Somit wird verhindert, das sich beim Beiten und / oder beim Lackieren keine Holzfasern aufstellen, die dann die Oberfläche unnötig rau machen.

Phase II: Probeliegen der Pickups und Optiktest !

Phase III: Der erste Lack

Bevor mein Freund Reiner nun den ersten Lack aufgetragen hatte, hat er entdeckt, das die Poren des Mahagoniholzes, nicht ganz geschlossen waren. Somit wurde noch mal mit einer Streichpartina nachgearbeitet.

Da Holz eine Naturprodukt ist, muss man immer darauf gefasst sein, dass sich bei jedem Arbeitsschritt Fehler zeigen können. Schauen wir mal , was wir bei den nächstes Arbeitsschritten noch erfahren können.

Es folgen nun noch das Logo, die Elektrik, die Hardware, Saiten und etc …

Da ich auf das Logo, die in Form von Wasserschiebebilder angefertigt werden sollten, doch etwas länger warten musste, wie eigentlich gedacht, nehme ich mir nun erst mal die Pickups ( Tonabnehmer ) vor.

Phase IV: Die Pickups ( Tonabnehmer )

Ich habe mich, wie ebenso bei der Hardware, für goldene Pickupcover entschieden.

Man kann hier viel Geld sparen, wenn man aufpasst, in welchem Land man diese Teile bestellt !

Nun muss man die alten Cover abbauen, in dem man die Lötstellen entfernt. Entsprechende Hilfe hierzu, finden man in Foren, oder auf YouTube.

Ich habe es mittels einer kleinen Schleifscheibe für einen Dremel geschafft.

Die Pickups sind aus einer Epiphone DOT, bei der ich dann wiederum die originalen Tonabnehmer von einer Gibson Les Paul eingebaut habe.

Für eine Les Paul mit 3 Tonabnehmern gibt es viele verschiedene Möglichkeiten die Pickups zu schalten, man kann sogar mit einem zusätzlichen Drehschalter erreichen, alle möglichen Varianten zu erreichen. Ich habe mich dafür entschieden, die beiden Epiphone Pickups am Hals bzw. am Steg einzubauen und so zu schalten, wie bei einer üblichen Les Paul mit 2 Tonabnehmern. Das dritte, also mittlere Pickup wird mit einem sog „Miniswitch“, oder einem „Pulloff“, zu der jeweils am Hauptschalter gewählten Einstellung, dazugeschaltet.

Wieder einen Schritt weiter ! Nun müssen die Logos rauf, danach ein paar Lackschichten und noch die Elektrik.

Phase V: Die Logos ( Dekale ), die kleinen großen Probleme

Dekale, oder auch Wasserschiebebilder genannt, brauchten ein paar Anläufe bevor sie auf der Oberfläche halt fanden. Wollen wir hoffen, das die kommenden Lackschichten, die Schriften und das Logo fixiert und vorallem etwas sichtbarer macht.

Dekale in weißer Farbe drucken zulassen ist keine einfache Sache und ist nach meiner Recherche nur mit ziemlich teuren Siebdruck möglich.

Es folgt nun die Endlackierung und die Elektrik.

Montag, den 1. Februar 2021

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“, sagte eins ein Kluger und Kopf und schließlich ist es auch so. Die Dekale haben nicht gehalten und waren auch zu unserer Verwunderung nach dem lackieren leider nur noch sehr grenzwertig zu erkennen.

Gut, dann lassen wir die Dekale lieber weg und probieren es vielleicht später noch mal, auf anderem Wege.


Phase VI: Nun kommt die Endproduktion: Hardware, Elektrik, Hals und Saitenlage einstellen.

Fertig

Leider haben 4 Schrauben für die Pickuprahmen gefehlt, was kein Weltuntergang ist, aber der Sattel sollte noch justiert werden. Ansonsten ist alles erst mal sehr vielversprechend

Fazit:

– Nach einem Bausatz vom ML-Factory,
– schwarze Colorbeize, mit einer Partina die Poren nachverdichtet,
– goldene Hardware optional dazu gekauft,
– Pickup-Cover ebenso dazu gekauft,
– Pickup-Schaltung zur Zeit der Fertigstellung: A, ABC, BC
– Pickup A und C von Epiphone, C = Chinaware

– Hals muss noch justiert werden, ggf auch der Sattel nachgefeilt werden,
– bei den Pickup-Rahmen fehlen 4 Schrauben,
– Pickups einstellen,
– Klang = zunächst recht vielversprechend,
– die Stellung von Bridge und Saitenhalterung haben bislang keine Nachteile gezeigt !

Schauen wir, was man noch draus machen kann !

Am Dienstag, den 26. Januar 2021

Ein neues Projekt steht schon im Raum: Eine „Hertiecaster“

Weiter Arbeitsschritte folgen !