26. August 2018

Defizite

Eine deutsche Schule, im Jahre 1977. Ein Lehrer macht seinen Unterricht. Ein Lehrer den alle mögen und streckenweise sogar vergöttern. Wie in jeder deutschen Schule wird artig der Frontalunterricht praktiziert. Einige Schüler, die sich vorn beim Lehrer aufhalten, verfangen sich in Gespräche, sodass man in den hinteren Reihen den Lehrer eher nicht so gut versteht. Komischerweise, wird das von diesem Lehrer eher weniger wahrgenommen.

Ein Schüler, aus den hinteren Reihen, wird seine Klassenkameraden ermahnen wollen: „Haltet doch mal die Klappe da vorne, man versteht hier sein eigenes Wort nicht“.

Der Lehrer stand auf, bewegte sich wortlos wie eine Dampfwalze auf diesen Schüler zu, zog ihn an den Haaren aus der Klasse, knallte die Tür wieder zu und schlug dem Junge mit der Faust ins Gesicht … Ein Kinderschänder ! Tür wieder auf, Junge zurück ins Klassenzimmer. Alles kichert sich ins Fäustchen: „Ha ha ha, hat der eine auffe Fresse bekommen“

„Was ist das für eine Defizit wenn sich so ein frecher Junge nicht anständig gegenüber einem Lehrer verhalten kann ?“ Ist lediglich eine Moralfrage und hat somit weder eine psychologische, noch eine juristische Grundlage.

Aber: „Was ist das für ein Defizit wenn ein sog. „Vorzeigepädagoge“ nicht ordentlich einen Konflikt, den zunächst nur er hat, zu klären ?“ Jemanden zu schlagen, bedeutet immer Kommunikationsabbruch und Ende der Beziehung. Somit pädagogisch verfehlt.

Was ist das für ein „Pädagogengott“, der 1000 Kinder liebt und ein Kind hasst ? Warum tut er das ? Warum hasst er überhaupt und warum hat er genau dieses Kind gehasst ?

Was ist das für eine Gesellschaft, die bis heute an dieser Situation zweifelt und eher dem Opfer eine Schuld zuweisen möchte, als an diesem „Pädagogenclown“ zu zweifeln. Menschen, die diesen Lehrer ebenso gekannt haben, reagieren grenzwertig bis distanziert und verstört, wenn sie mit dieser Geschichte konfrontiert werden. „Na wenn der so was gemacht hat, dann wird es wohl schon einen Grund gegeben haben …“ Es gibt Gründe Kinder zu schlagen ? „Ich glaube das nicht, zu uns war der immer gut“, „Bei dem hat man wenigstens was gelernt“ „Na und wenn es schon mal was hinter die Ohren gegeben hat, hat uns doch alle nicht geschadet“ Alleine die letztere Aussage, zeigt den Schaden am deutlichsten. Es sind die selben Leute die dem Opfer erklären wollen, das „Kinderschänder“ die heftigeste alle Strafen verdienen. Warum nicht Ihr hochgeschätzter Lehrer ?

Was ist das ? Sollte man es als eine Plastik verstehen, wie Bildungsdefizit per Soziogenetik weitergetragen wird, dann appellieren wir an alle Verantwortungsträger in Politik und in den Ämtern, an alle Eltern und an alle Lehrer, Pädagogen, Kinderpsychologen, Philosophen, endlich einen ruckartigen Neustart unseres Schul- und Bildungssystems zu wagen !

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https://youtu.be/-y9-nHQVCM4

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