28. April 2019

Aphorismen über schwarze Pädagogik

„Die lebensrettende Funktion der Verdrängung in der Kindheit verwandelt sich später beim Erwachsenen in eine lebenszerstörende Macht.“

Alice Miller

„Der unbewusste Zwang, verdrängte Verletzungen zu rächen, ist stärker als jede Vernunft.“

Alice Miller

„Hitler kam, wie jedes Kind, unschuldig zur Welt, wurde von seinen Eltern, wie viele andere Kinder damals, destruktiv erzogen, und später hat er sich selbst zum Monster gemacht. Er war Überlebender einer Vernichtungsmaschinerie, die im Deutschland der Jahrhundertwende »Erziehung« genannt wurde und die ich als das verborgene KZ der Kindheit bezeichne, das nie erkannt werden darf.“

Alice Miller

„Die Zeugen Jehovas beispielsweise befürworten die Züchtigung von Kindern und reden beständig vom drohenden Weltuntergang. Sie ahnen wohl nicht einmal, dass sie alle das geschlagene Kind in sich tragen, das den Weltuntergang tatsächlich schon erlebte, als es von seinen liebenden Eltern misshandelt wurde.“

Alice Miller aus „Evas Erwachen

„Kinder fangen an, Häuser auszurauben, Güter zu zerstören und Ge- fühle anderer und deren Rechte zu ignorieren. Sie wissen nicht, daß man einst das gleiche mit ihnen getan hat: ihre Seele ausgeraubt, ihre Gefühle zerstört, ihre Rechte missachtet und sich an ihnen, den unschuldigen Opfern, für die einst erlittenen Demütigungen schadlos gehalten hatte.“

Alice Miller aus „Der gemiedene Schlüssel“

„Wenn der Pfarrer von Liebe predigt, lernen die Leute nicht zu lieben, sondern zu predigen.“

– Urheber unbekannt

„Wir lernen als Kinder, natürliche Gefühle zu unterdrücken und zu verneinen. Wir lernen zu meinen, dass Demütigungen und Schläge zu unserem Besten verabreicht werden und uns keine Schmerzen bereiten. Mit dieser falschen Information ist unser Gehirn ausgestattet, wenn wir unsere Kinder mit den gleichen Mitteln erziehen und ihnen einreden, dass gut für sie sei, was angeblich gut für uns war.“

– Evas Erwachen

„Wir müssen erkennen, daß wir den Eltern, die uns mißhandelt haben, keine Dankbarkeit schulden und schon gar keine Opfer. Diese brachten wir ja nur den Phantomen, den idealisierten Eltern, die ja gar nicht existierten. Weshalb fahren wir fort, uns für Phantome zu opfern?“

– Die Revolte des Körpers

„Nur wenige Menschen sind fähig, konkret und real zu denken. Den anderen bleibt dann nur der Glaube. Sie warten darauf, dass ein Stärkerer die Er-Lösung bringt.“

– Abbruch der Schweigemauer

„Es ist nicht entscheidend, ob man den Kontakt mit den Eltern ganz abbrechen muß oder nicht. Der Ablösungsprozeß, der Weg vom Kind zum Erwachsenen, vollzieht sich ja im Inneren des Menschen. Manchmal ist der Abbruch jeglicher Kontakte das einzig Mögliche, um den eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden.“

– Die Revolte des Körpers

„Das, was wir selbst durchschauen, macht uns nicht krank, es kann in uns Empörung, Zorn, Trauer oder Ohnmachtsgefühle wecken. Was uns krank macht, ist das Undurchschaubare, die Zwänge der Gesellschaft, die wir durch die Mutteraugen in uns aufgenommen haben und die wir durch keine Lektüre oder Bildung loswerden können.“

– Das Drama des begabten Kindes

„Das Fehlen oder die Gegenwart eines helfenden Zeugen in der Kindheit entscheidet darüber, ob ein mißhandeltes Kind zum Despoten wird oder zum Künstler, der über Leiden berichten kann.“

– Der gemiedene Schlüssel

„Das Bewußtsein der Öffentlichkeit indessen ist noch weit von der Erkenntnis entfernt, daß das, was dem Kind in den ersten Lebensjahren angetan wird, unweigerlich auf die ganze Gesellschaft zurückschlägt, daß Psychosen, Drogensucht, Kriminalität ein verschlüsselter Ausdruck der frühesten Erfahrungen sind. Diese Erkenntnis wird meistens bestritten oder nur intellektuell zugelassen, während die Praxis (die politische, juristische oder psychiatrische) noch stark von mittelalterlichen, an Projektionen des Bösen reichen Vorstellungen beherrscht bleibt, weil der Intellekt die emotionalen Bereich nicht erreicht.“

– Am Anfang war Erziehung

„Damit die Taten der Eltern nicht aufgedeckt werden, darf der Patient nicht herausfinden, wie es zu seinen selbstzerstörerischen Verhaltensmustern gekommen ist, warum er zum Beispiel süchtig ist, Unfälle verursacht oder sich überflüssigen medizinischen Operationen unterziehen muss. Doch ohne die Konfrontation mit der Kindheit wird er diese Muster nie auflösen können.“

– Abbruch der Schweigemauer

„… wohin ich schaue, sehe ich das Gebot, die Eltern zu respektieren, nirgends aber ein Gebot, das Respekt für das Kind verlangt.“

Wenn man einem Kind Moral predigt, lernt es Moral predigen,
wenn man es warnt, lernt es warnen,
wenn man mit ihm schimpft, lernt es schimpfen,
wenn man es auslacht, lernt es auslachen,
wenn man es demütigt, lernt es demütigen,
wenn man seine Seele tötet, lernt es töten.

Es hat dann nur die Wahl, ob sich selbst, oder die anderen oder beides.

Alice Miller – Am Anfang war Erziehung



Kommentare sind geschlossen.