Musikunterricht gegen Armut

Musikunterricht gegen Armut in Deutschland !

Durch die immer wieder deutlicher werdende Verarmung in Deutschland ist es für viele Menschen kaum noch möglich, ein Musikinstrument zu erlernen, in einen Sportverein zu gehen, eine Sprache zu lernen, oder sich sonst irgendwie zu bilden. Warum ? Weil wir meines Erachtens unter anderem – mit welchem Hintergrund auch immer – eine verfehlte Sozialpolitik haben. Sicher, wir haben Schulen, Universitäten, Volkshochschulen und private Schulen und Lehrer stehen uns auch zur Verfügung. Die Realität sieht aber so aus, das viele Menschen hierbei zuschauen müssen, da sie es sich finanziell nicht leisten können.

Auch in den Pflichtschulen kann man schon beobachten, das Kinder und Jugendliche beeinträchtigt werden, wenn es seitens der Eltern an gewissen finanziellen Mitteln fehlt.

An diesem Punkt möchte ich mit meinem Crowdfundingprojekt etwas dagegen setzen.

Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht, zu dem wir aber in der Bundesrepublik Deutschland einen sehr eigenen Bezug haben.

+++ Auszug aus unserem Grundgesetz und aus Wikipedia über Recht auf Bildung +++

Art 5 Abs 3 unseres Grundgesetzes: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Deutschland hat den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWSKR) am 9. Oktober 1968 unterzeichnet. Auch die DDR hatte den IPWSKR anerkannt, das Recht auf Bildung (wie auch die anderen Menschenrechte) wurde aber in der Praxis nicht umgesetzt (siehe Bildungsdiskriminierung als Repressionsinstrument).

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird ein Recht auf Bildung nicht ausdrücklich normiert. Jedoch ergibt sich das Recht auf Bildung (-smöglichkeiten) aus den im Grundgesetz festgeschriebenen Grundrechten. Das elementare Grundprinzip der Menschenwürde verbietet es, Menschen Bildungschancen willkürlich vorzuenthalten. Das Verfassungsprinzip der Gleichberechtigung verbietet es, Menschen wegen des Geschlechtes, der Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, des Glaubens, der religiösen oder politischen Anschauungen oder einer Behinderung wegen beim Erwerb von Bildung zu benachteiligen oder zu bevorzugen.

Aber:

Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Art. 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 und wurde im Sinne eines kulturellen Menschenrechtes gemäß Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR) noch erweitert.

Das Recht auf Bildung ist zugleich in Art. 28 der Kinderrechtskonvention verankert. Art. 22 der Genfer Flüchtlingskonvention schreibt den Zugang zu öffentlicher Erziehung, insbesondere zum Unterricht in Volksschulen, auch für Flüchtlinge vor.

+++ Ende des Auszuges +++

Zusammenfassend ist hier festzustellen, dass das Recht auf Bildung zwar niemandem vorenthalten werden darf, aber die Frage der Finanzierung bleibt offen. Ich halte es wenigstens für grenzwertig, wenn nicht auch für geheuchelt, wenn man Menschen ein Grundrecht wegen einer Finanzierungsfrage vorenthält. Was ist wohl wichtiger ? Geld, oder Bildung ? Für ein christlich geprägtes Land, dem die Bibel als Grundlage für alle sozialen Fragen dient, finde ich dieses Verhalten sehr dürftig. ( Matthäus 6,19 )

Der Musikunterricht ist der Unterricht, der in deutschen Schulen am meisten vernachlässigt wird. Wenn man sich mal vor Augen hält, was wir mit gutem Musikunterricht allein im kognitiven Denken gewinnen können, dann ist es einfach schade darum, was wir mit dieser Form der Nichtachtung, alles verlieren.

Es ist nachgewiesen, das Musik die kognitiven Fähigkeiten stärkt, die Sozialfähigkeiten verbessert und selbst Legastheniker können – wenn man es richtig macht – dadurch Ihre Fähigkeiten bei weitem verbessern.

Nun könnte man meinen, dass man ja, wenn die deutschen Schulen Ihrer Bildungspflicht eher begrenzt nachkommen, auch einen privaten Lehrer, oder z.B. eine Musikschule aufsuchen könnte. Klar, wenn Sie ein gutes Einkommen haben, ist ein Privatlehrer weniger ein Problem, aber wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – keine Arbeit haben und / oder über ein zu geringes Einkommen verfügen, dann werden Sie da schnell an die Grenzen stoßen.

Wenn ein Staat die Schulpflicht schon an sich bindet, dann sollte auch so viel Verantwortung vorhanden sein, dass auch eine gewisse Güte, seitens der Ausbilder, vorhanden sein sollte !

Hilfebedürftige Menschen und Kinder aus Familien die Grundsicherungsleitungen wie z.B. Hartz IV beziehen, können tatsächlich einen staatlichen Zuschuss / Unterstützung von

10,- € / Person / Monat

bekommen.

Im Gegensatz hierzu wird für ein Kind bei einer staatlichen Musikschule / Kreismusikschule eine Unterrichtsstunde in Musik ( egal welches Instrument ) im Schnitt mit:

60 – 70,- € / Monat für 30 Minuten in der Woche

( Dies entspricht 35,- € / 1 Stunde [ 60 Minuten ] )

berechnet.

Die Frage, die ich mir immer wieder stelle: Wie weit kommt man hier mit 10,- € ???

Daraus resultierend, habe ich meinen Unterricht, sowie meine musiktherapeutischen Anwendungen, wie folgt strukturiert:

Gitarre, Bass, Piano, Schlagzeug incl. Musiktheorie für

  • 10,- für 45 Minuten
  • 15,- für 60 Minuten
  • 25,- für 120 Minuten / Woche
  • einmaliger Erwerb meines Buches zum Unterricht: „Dein kleines Musiklexikon“ ( ISBN-13: 9783732328765, ISBN-10: 3732328767, Verlag: tredition GmbH ) für 22,99 €

Trotz des fairen Angebots, musste ich in den letzten Jahren immer wieder feststellen, das Schüler nicht am Unterricht teilnehmen können, da die Eltern nicht in der Lage sind, die Stunden zu bezahlen.

Eine weitere Malesse ist die Kostenübernahme der Krankenkassen für eine Musiktherapie.

+++ Zitat, aus einem Schriftstück d. Paritätischen Wohlfahrtsverbandes +++

Der allgemeine Behandlungs- und Versorgungsanspruch unterliegt prinzipiell den sich aus § 2 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 SGB V ergebenden Einschränkungen der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Krankenkassen sind daher nicht bereits dann leistungspflichtig, wenn eine bestimmte Therapie nach eigener Einschätzung der Versicherten oder der behandelnden Ärzte positiv verlaufen ist oder einzelne Ärzte die Therapie befürwortet haben. Vielmehr muss die betreffende Therapie rechtlich von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst sein (vgl. SG Aachen, Urteil vom 11. August 2011, Az. S 2 KR 103/11)

+++ Zitat Ende +++

Um dem entgegenzuwirken, möchten wir um Spenden bitten, damit vorallem benachteiligte Kinder und Jugendliche auch in den Genuss kommen können, ein Musikinstrument ihrer Wahl zu lernen.

  • Jedem, der einem Kind / Jugendlichen ( Altersstufe: 8-18 Jahre ) bei mir einen Unterricht für ein halbes Jahr ( bei einer Unterrichtseinheit / Woche ) ermöglicht, bekommt von uns 5 Std. geschenkt.

  • Jedem, der einem Erwachsenen ( Altersstufe: ab 19 Jahre ) bei mir einen Unterricht für ein halbes Jahr ( bei einer Unterrichtseinheit / Woche ) ermöglicht, bekommt von uns 3 Std. geschenkt.

  • Entsprechendes ist bei der Spende bitte anzugeben ! Der Spender wird auf Wunsch über den Schüler und dem Unterrichtsverlauf von mir informiert werden.

  • Wie bereits weiter oben genannt, kann ich den Unterricht auf den folgenden Instrumenten anbieten: Piano, Gitarre, Bass, Schlagzeug incl Musiktheorie ( Harmonielehre, Gehörbildung und Arrangieren ). Für weitere Instrumente ( insbesondere Blas- oder Streichinstrumente, muss ich auf andere Kollegen verweisen )

  • Der Begünstigte erklärt an Eides statt seine seine Einkünfte und Verbindlichkeiten, welche dem Spender auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden können.

  • Für meinen Unterricht, suche ich ferner Musikinstrumente, für den Zweck diese, an Menschen mit geringem Einkommen zeitweilig, oder auch endgültig, zur Verfügung zu stellen.

  • Jede Spende – egal welcher Form und Größe – wird gerne entgegengenommen. Der Spender kann auf Wunsch öffentlich in einem Dankschreiben genannt werden.

Wir bedanken uns für das Interesse und freuen uns über jede, noch so kleine Hilfe !

Pear-Music – Arbeitsgemeinschaft

Herzlichen Dank an die Spender:

  1. Thore Pingpank aus Wahlstedt für eine akustische Gitarre der Marke Harley Benton

 

Am Sammelpool beteiligen


Stand: Wahlstedt, am 5. August 2016